Kategorie: Laufwerk#
Die Kategorie Laufwerk dokumentiert die Speicherlaufwerke eines Objekts — von der physischen Festplatte über SSDs bis hin zu logischen Volumes. Sie ist eine Multi-Value-Kategorie – pro Objekt können beliebig viele Einträge angelegt werden, z.B. bei Servern mit mehreren Festplatten, SSDs oder logischen Volumes. Über die Verknüpfungsfelder zu RAID-Gruppen und logischen Geräten bildet diese Kategorie die Brücke zwischen der physischen und der logischen Speicherschicht.
Zusammenspiel mit der RAID-Kategorie
Physische Laufwerke werden über die Felder Software-RAID-Gruppe und Auf Gerät (RAID-Array) mit der Kategorie RAID verknüpft. Erst wenn diese Zuordnung gepflegt ist, lässt sich nachvollziehen, welche physischen Platten zu welchem RAID-Verbund gehören — entscheidend für die Ausfallanalyse und den gezielten Austausch defekter Laufwerke.
Verwendung#
Typische Anwendungsfälle:
- Speicherhardware inventarisieren: Erfasse Typ, Kapazität, Seriennummer und Firmware jeder Festplatte, SSD oder NVMe. Zusammen mit den Kategorien CPU und Speicher entsteht ein vollständiges Hardware-Profil. JDisc Discovery befüllt diese Kategorie automatisch mit den erkannten Laufwerksdaten.
- Mountpoints und Laufwerksbuchstaben dokumentieren: Der Mountpoint zeigt, welches Laufwerk welche Funktion hat:
C:ist das Windows-Systemlaufwerk,/varunter Linux enthält Logdateien und Datenbanken,/homedie Benutzerdaten. Diese Information ist im Störungsfall entscheidend — wenn/varvollläuft, muss genau dieses Laufwerk erweitert werden, nicht irgendein anderes. - Kapazitätsüberwachung: Die Felder Freier Speicher und Belegter Speicher ermöglichen gezielte Reports — z.B. „alle Laufwerke mit weniger als 10% freiem Speicher" oder „alle Server, deren Systemlaufwerk zu über 80% belegt ist". Diese Reports sind die Grundlage für proaktive Kapazitätsplanung, bevor ein Laufwerk tatsächlich volläuft.
- RAID- und LVM-Zuordnung: Über die Verknüpfungsfelder lassen sich Laufwerke einem Software-RAID-Verbund, einem physischen Controller oder einem logischen Volume zuordnen. So entsteht eine nachvollziehbare Kette von der physischen Platte über das RAID-Array bis zum logischen Volume, auf dem das Dateisystem liegt.
- Lifecycle und Austausch: Beim Tausch einer Festplatte den alten Eintrag archivieren und einen neuen anlegen. Seriennummer und Firmware bleiben so lückenlos nachvollziehbar — wichtig bei Garantieansprüchen und für die Dokumentation von RAID-Rebuilds.
Felder#
Laufwerksbuchstabe/Mountpoint#
Der Mountpoint oder Laufwerksbuchstabe, unter dem das Laufwerk im Betriebssystem erreichbar ist, z.B. C:, D: oder /var. Bei Linux-Systemen wird hier der Mountpoint eingetragen, bei Windows der Laufwerksbuchstabe. Dieses Feld bestimmt die funktionale Zuordnung des Laufwerks: C: bzw. / ist das Betriebssystem, /var enthält Logdateien und Datenbankdaten, /home die Benutzerdateien. Im Störungsfall — etwa wenn ein Dateisystem vollläuft — zeigt dieses Feld sofort, welches physische oder logische Laufwerk betroffen ist und erweitert werden muss.
Bezeichnung#
Der Name oder die Modellbezeichnung des Laufwerks, z.B. Samsung 990 PRO 2TB oder WD Ultrastar DC HC560. Dieser Wert erscheint in der Listenansicht der Kategorie und in Reports. Bei JDisc-Imports wird hier die vom Betriebssystem gemeldete Laufwerksbezeichnung eingetragen.
Systemlaufwerk#
Gibt an, ob es sich um das Systemlaufwerk handelt (Ja oder Nein). Dieses Flag kennzeichnet das Boot-Laufwerk — also das Laufwerk, auf dem das Betriebssystem installiert ist und von dem der Server startet. Das ist besonders bei Servern mit mehreren Laufwerken wichtig: Bei einem Ausfall des Systemlaufwerks fällt der gesamte Server aus, während ein Datenlaufwerk ggf. durch ein Spare ersetzt werden kann. In Reports lässt sich gezielt nach Systemlaufwerken filtern, um z.B. deren Belegung oder Alter zu überwachen.
Dateisystem#
Das auf dem Laufwerk verwendete Dateisystem, z.B. NTFS, ext4, XFS oder ZFS. Dialog+-Feld – eigene Werte lassen sich bei Bedarf ergänzen. Das Dateisystem bestimmt Leistungscharakteristiken und maximale Dateigrößen — XFS ist z.B. bei großen Dateien und Datenbanken oft die bessere Wahl als ext4.
Kapazität und Einheit#
Die Gesamtkapazität des Laufwerks. Die Einheit wird separat als MB, GB oder TB angegeben. Zusammen mit Freier Speicher und Belegter Speicher ergibt sich ein vollständiges Bild der Auslastung. Für die Kapazitätsplanung empfiehlt sich ein Report, der alle Laufwerke mit einer Belegung über 80% auflistet.
Seriennummer#
Die Seriennummer des Laufwerks laut Hersteller. Wird beim JDisc-Import automatisch ausgelesen. Wichtig für Garantieansprüche und zur eindeutigen Identifikation beim Austausch — gerade bei RAID-Verbünden mit mehreren identischen Platten ist die Seriennummer das einzige Unterscheidungsmerkmal.
Typ#
Der Laufwerkstyp, z.B. HDD, SSD oder NVMe. Ermöglicht die Unterscheidung verschiedener Speichertechnologien in Reports und Filtern. Ein Report „alle Server, die noch HDDs als Systemlaufwerk verwenden" hilft bei der Planung eines SSD-Rollouts.
Freier Speicher#
Der aktuell freie Speicherplatz auf dem Laufwerk. Wird typischerweise durch automatische Inventarisierung (JDisc) befüllt und bei jedem Scan aktualisiert. Dieses Feld ist die Grundlage für proaktive Kapazitätsüberwachung: Ein Report „alle Laufwerke mit weniger als 10 GB freiem Speicher" warnt rechtzeitig, bevor ein Dateisystem vollläuft und den Dienst beeinträchtigt.
Belegter Speicher#
Der aktuell belegte Speicherplatz auf dem Laufwerk. Zusammen mit dem freien Speicher und der Gesamtkapazität ergibt sich ein vollständiges Bild der Auslastung. Über die Änderungshistorie lässt sich zudem nachvollziehen, wie schnell der belegte Speicher wächst — hilfreich für die Prognose, wann eine Erweiterung notwendig wird.
Firmware#
Die Firmware-Version des Laufwerks. Relevant für Kompatibilitätsprüfungen und Updates — insbesondere bei SSDs, wo Firmware-Updates kritische Fehler beheben können, die zu Datenverlust führen. Per Report lassen sich Geräte mit veralteter Laufwerks-Firmware gezielt identifizieren.
Software-RAID-Gruppe#
Verknüpft das Laufwerk mit einer Software-RAID-Gruppe. Zeigt an, zu welchem RAID-Verbund das Laufwerk gehört. Diese Verknüpfung ist die Grundlage dafür, bei einem Plattenausfall sofort zu sehen, welcher RAID-Verbund betroffen ist und ob Redundanz noch gegeben ist.
Auf Gerät#
Verknüpfung zum physischen Gerät (Controller oder Storage-System), an dem das Laufwerk angeschlossen ist. Damit lässt sich nachvollziehen, welcher RAID-Controller oder welches SAN die Platte verwaltet.
Auf Gerät (RAID-Array)#
Verknüpfung zum RAID-Array, dem das Laufwerk zugeordnet ist. Zusammen mit dem Feld Software-RAID-Gruppe entsteht eine vollständige Dokumentation der Speicherarchitektur: physische Platte → RAID-Array → logisches Volume → Dateisystem.
Auf Gerät (Logisches Gerät)#
Verknüpfung zu einem logischen Volume oder einer LVM-Struktur, der das Laufwerk zugeordnet ist. Besonders relevant in Linux-Umgebungen, wo LVM-Volumes flexibel über mehrere physische Platten verteilt werden.
Beschreibung#
Freitext für zusätzliche Angaben: Einbauplatz (z.B. „Slot 3, Backplane A"), Garantieinformationen, Performance-Klasse (z.B. „SAS 12 Gbit/s, 15k RPM"), Besonderheiten in der Konfiguration oder Hinweise zum Einsatzzweck (z.B. „dediziert für Datenbanklog").
Technische Referenz#
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Kategorie-Konstante | C__CATG__DRIVE |
| Typ | Globale Kategorie |
| Multi-Value | Ja |
| Zugeordnet zu | Server, Client, Blade Server, Virtueller Server u.a. |
Felder (API-Referenz)#
| Feld | API-Key | Typ |
|---|---|---|
| Laufwerksbuchstabe/Mountpoint | mount_point | Text |
| Bezeichnung | title | Text |
| Systemlaufwerk | system_drive | Dialog (Auswahl) |
| Dateisystem | filesystem | Dialog+ (erweiterbare Auswahl) |
| Kapazität | capacity | Dezimalzahl |
| Einheit | unit | Dialog (Auswahl) |
| Seriennummer | serial | Text |
| Typ | drive_type | Ganzzahl |
| Freier Speicher | free_space | Dezimalzahl |
| Belegter Speicher | used_space | Dezimalzahl |
| Firmware | firmware | Text |
| Software-RAID-Gruppe | assigned_raid | Dialog (Auswahl) |
| Auf Gerät | device | Dialog (Auswahl) |
| Auf Gerät (RAID-Array) | raid | Dialog (Auswahl) |
| Auf Gerät (Logisches Gerät) | ldev | Dialog (Auswahl) |
| Beschreibung | description | Textfeld (mehrzeilig) |
API-Beispiele#
Eintrag erstellen#
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 | |
Einträge lesen#
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 | |
Eintrag aktualisieren#
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 | |
