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Zu einer umfangreichen IT-Dokumentation kommt man über kurz oder lang zur Abbildung der Verkabelung. Mit diesem Artikel geben wir einen Einstieg, wie man Hardware-Objekte miteinander verkabelt.

Konzept

Die Abbildung von Verkabelungen ist in i-doit vielfältig wie die Realität: Ethernet, Glasfaser, Stromversorgung, Anschluss von Peripherie – alles, was einen Anschluss hat und mit einem Kabel verbunden werden kann, findet seinen Platz in der IT-Dokumentation.

i-doit sieht dabei eine strikte Trennung zwischen der Dokumentation von Verbindungen und der physikalischen Verkabelung vor. Ein gutes Beispiel ist die Netzwerkverkabelung über Ethernet. Zum Einen können die Verbindungen zwischen aktiven Netzwerkkomponenten (Switches, Router, Firewalls) in der Kategorie Netzwerk → Port festgehalten werden. Somit ist zu erkennen, an welchem Switch welcher Server hängt. Verbindungswege über mehrere Komponenten hinweg werden sichtbar. Zum Anderen spielen oftmals passive Komponenten eine wichtige Rolle: Patchpanels und Patchdosen sorgen für Ordnung im regelrechten "Kabelwirrwarr". Doch wem die Verbindung zwischen aktiven Komponenten genügt, kann die passiven Komponenten und damit auch die Kabel selbst außen vor lassen. i-doit ist in der Lage, im Hintergrund die Dokumentation der Verkabelung vorzunehmen, ohne dass der Benutzer zusätzliche Schritte ergreifen muss. Wird zu einem späteren Zeitpunkt ein Detailwissen zur Verkabelung erforderlich, kann die bisherige Dokumentation ergänzt werden, ohne dass der Benutzer von vorne beginnen muss.

Wie in i-doit üblich findet die Dokumentation der Verkabelung mittels Objekten und Attributen statt. Neben zahlreichen Formularen stehen Funktionen zum Visualisieren, Auswertung und Importieren bereit. Darum geht es im Folgenden.

Kategorie-Ordner Verkabelung

Jeder Objekttyp kann mit dem Kategorie-Ordner Verkabelung konfiguriert werden. Dadurch erhalten Objekte von diesen ausgewählten Typen die Kategorien Anschlüsse und Schnittstelle.

Der Kategorie-Ordner fungiert nicht nur als Klammer für die genannten Unterkategorien, sondern bietet auch einige interessante Visualisierungen von Verkabelungen:

TabBeschreibung
Verkabelungsweg: ListeJeder Anschluss (siehe Kategorie Anschlüsse) mit einem vollständigen Verkabelungsweg wird aufgelistet.
Verkabelungsweg: Grafische AnsichtIm Gegensatz zur oben genannten Listenansicht werden bei allen Objekte zusätzlich deren Bilder angezeigt.
Verkabelungsweg: Baumansicht (Verschachtelung)Zu jedem Anschluss werden der Verkabelungsweg als Baumstruktur angezeigt.

Der Kategorie-Ordner eignet sich für alle Objekte, die einen aktiven oder passiven Part bei der Verkabelungen beitragen.

Kategorie Anschlüsse

Verfügt das ausgewählte Objekt über einen physischen Anschluss jeglicher Art, kann dieser in der Kategorie Anschlüsse dokumentiert werden.

Jeder Anschluss ist entweder als Eingang oder als Ausgang definiert. Zwischen Ein- und Ausgängen kann eine n-zu-n-Beziehung hergestellt werden:

  • Verbindung zwischen einem Eingang und einem Ausgang
  • Verbindung zwischen einem Eingang und mehreren Ausgängen
  • Verbindung zwischen mehreren Eingängen und einem Ausgang

Diese Verbindung zwischen Ein- und Ausgang ist optional und nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. Beispielsweise hat ein Patchpanel die Möglichkeit zum Auflegen von Kabeln, die in Ports münden. Hier entsteht also eine 1-zu-1-Beziehung zwischen Ein- und Ausgang.

Die Kategorie Anschlüsse wird durch weitere Kategorien automatisch mit Einträgen versorgt:

  • Netzwerk → Port: Wird ein neuer Port angelegt, wird dieser automatisch als neuer Ausgang definiert.
  • Stromverbraucher: Wird ein neues Netzteil angelegt, wird dessen Stromanschluss automatisch als neuer Eingang definiert.
  • Verkabelung → Schnittstelle: Wird eine neue Schnittstelle angelegt, wird diese automatisch als neuer Ausgang definiert.
  • Speichernetze → FC-Port: Wird ein neuer Fiber Channel Port angelegt, wird dieser automatisch als neuer Ausgang definiert.

Kategorie Schnittstelle

Die Kategorie Schnittstelle dient zum Anlegen weiterer Verbindungen, die nicht die Netzwerk- oder Stromverkabelung betreffen. Dies könnten Anschlüsse an Peripherie-Geräten wie Monitore über HDMI oder Drucker über USB sein.

Objekttyp Kabel

Der Objekttyp Kabel beinhaltet alle Objekte, die ein Kabel repräsentieren. Ein Kabel besteht in i-doit zwingend aus einem Anfang und einem Ende. Y-Kabel o. ä. werden nicht unterstützt. Hier muss sich der Benutzer mit einem Hilfsobjekt begnügen, dass unter Verkablung → Anschlüsse einen Eingang mit zwei Ausgängen, die untereinander verbunden sind, enthält (1-zu-2-Beziehung).

Die Eigenschaften eines Kabels werden in mehreren Kategorien definiert, die im Folgenden erläutert werden.

Kategorie-Ordner Kabelverbindung

Der Kategorie-Ordner Kabelverbindung enthält die Kategorie Kabel und wird daher typischerweise dem Objekttyp Kabel zugeordnet. Der Ordner selbst zeigt an, an was das Kabel angeschlossen ist.

Kategorie Kabel

Die wesentlichen Eigenschaften eines Kabels werden in der Kategorie Kabelverbindung → Kabel festgehalten:

AttributBeschreibung
Art des KabelsSpezifikation des Kabels, beispielsweise "CAT7" oder "LWL"
Länge in CMLänge des Kabels – nicht nur in Zentimetern
FarbeFarbe der äußeren Ummantlung
BelegungWie viele Adern/Fasern enthält das Kabel?
Maximale Anzahl an Fasern/AdernWie viele Adern/Fasern dürfen maximal genutzt werden?

Kategorie Faser/Ader

Wer bis ins kleinste Detail dokumentieren möchte/muss, wird die Kategorie Faser/Ader lieben. Für jede Faser eines Glasfaserkabels bzw. jede Ader eines Kupferkabels können weitere Eigenschaften hinterlegt werden:

Attribut

Beschreibung

Label

Bezeichnung

Kategorie

Relevant für LWL (OM1-4, OS1-2)

Farbe

Wellenlänge

Dämpfung

in dB

RX

Leitung zum Empfang von Daten

TX

Leitung zum Senden von Daten

Objekttyp Patchfeld

Patchpanels werden in i-doit als Objekte vom Typ Patchfeld dokumentiert. Dieser passiven Komponente ist typischerweise der Kategorie-Ordner Verkabelung zu geordnet. In der Kategorie Verkabelung → Anschlüsse werden die Ports definiert: Ein Eingang repräsentiert den Netzwerk-Port. Ein Ausgang repräsentiert das aufgelegte Kabel. Ein- und Ausgang werden miteinander verbunden.

Zum schnellen Verbindung von Patchfeldern eignet sich der Verkabelungsbrowser (siehe unten).

Objekttyp Kabeltrasse

Kabeltrassen sind in Server-Räumen und Rechenzentren üblich. Sie bündeln mehrere Kabel und sorgen für geordnete Wege. Der Objekttyp Kabeltrasse enthält daher die Kategorien Standort und Räumlich zugeordnete Objekte, um Kabel aufzunehmen. Den Objekten vom Typ Kabel wiederum ist die Kategorie Standort zugeordnet.

Objekttyp Leerrohr

Der Objekttyp Leerrohr verhält sich analog zur Kabeltrasse (siehe oben).

Einzelverkabelungen

Der Kategorie-Ordner Verkabelung enthält bereits mehrere Visualisierungen. Daneben befindet sich unter Extras → CMDB → Verkabelungen → Einzelverkabelungen eine weitere Ansicht mit zusätzlichen Funktionen. Nach Auswahl eines verkabelten Objekts werden alle ein- und abgehenden Verkabelungswege dargestellt. Zusätzlich können Namen der Anschlüsse und der Kabel ein- oder ausgeblendet werden. Über eine Filterung werden nur ausgewählte Wege dargestellt.

Der Typ kann über Checkboxen bei mehreren Anschlüssen gleichzeitig geändert werden.

Die Verkabelungswege können im CSV-Format exportiert werden.

Einzelverkabelung

Verkabelungsbrowser

Diese Funktion erleichtert die schnelle Verbindung von zwei Objekten untereinander. Er ist in der Kategorie Verkabelung → Anschlüsse über den Button Verkabelungsbrowser zu erreichen. Vorausgesetzt werden bereits dokumentierte Anschlüsse bei beiden Objekten.

Der geöffnete Verkabelungsbrowser bietet eine zweigeteilte Ansicht: Das Objekt, in dem sich der Benutzer befindet, wird mit allen verfügbaren Anschlüssen auf der linken Seite angezeigt. Die Ein- werden von den Ausgängen getrennt dargestellt. Auf der rechten Seite wird ein zweites Objekt mit seinen Anschlüssen geladen, damit beide Objekte miteinander verbunden werden können.

Es können jeweils die rechts dargestellten Anschlüsse des ersten Objekts und die links dargestellten Anschlüsse des zweiten Objekts miteinander verbunden werden. Die Ansicht der Ein- und Ausgänge kann gespiegelt werden, damit sowohl Ein-, als auch Ausgänge links beziehungsweise rechts dargestellt werden.

Über den Button Nächstes Objekt laden wird einem bestehender Verkabelungsweg nachgegangen.

Zum Verbinden von je einem Anschluss zwischen den beiden Objekten wird die Checkboxen der Anschlüsse ausgewählt. Über die oberste Checkbox werden alle verfügbaren Anschlüsse ausgewählt. Ein Bereich von Anschlüssen kann mit der Shift-Taste selektiert werden. Wichtig ist, dass die Anzahl der Anschlüsse des ersten Objekts mit der Anschluss der Anschlüsse des zweiten Objekts übereinstimmen.

Über den Button Anschlüsse verbinden werden die ausgewählten Anschlüsse beider Objekte miteinander verbunden. Die Logik sieht vor, von oben nach unten die jeweils nächsten ausgewählten Anschlüsse zu verbinden, bis das Listenende unten erreicht ist.

i-doit sieht bei jedem neu verbundenen Anschluss ein Kabel-Objekt vor. Über die Checkbox Automatische Verkabelung werden neue Kabel-Objekte ohne Rückfrage erstellt. Andernfalls ist für jede Verbindung ein bestehendes Kabel-Objekt in einem neuen Fenster auszuwählen.

Über den Button Kabel ändern kann für die selektierten Anschlüsse jeweils ein alternatives Kabel-Objekt ausgewählt werden.

Der Button Anschlüsse lösen bewirkt, dass die Verbindung von den ausgewählten Anschlüssen unwiderruflich gelöscht werden.

Verkabelungsbrowser

Verkabelungsimport

Verkabelungswege können in i-doit über den Import einer Datei im CSV-Format erstellt werden. Die dazu nötigen Schritte sind unter Extras → CMDB → Import → Verkabelung zu finden.

Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

OptionBeschreibung
Verkabelungsart

In welcher Kategorie sollen Einträge erstellt werden? Zur Auswahl stehen:

  • Anschlüsse (siehe Kategorie Verkabelung → Anschlüsse)
  • FC-Ports (siehe Kategorie Speichernetze → FC-Port)
  • Ports (siehe Kategorie Netzwerk → Port)
  • Schnittstelle (siehe Kategorie Verkabelung → Schnittstelle)

Die Kategorie wird nur beim ersten und beim letzten Objekt des jeweiligen Verkabelungsweges berücksichtigt. Bei allen anderen Zwischen-Objekten werden Einträge in der Kategorie Verkabelung → Anschlüsse importiert.

AnschlussartUm welchen Anschluss handelt es sich? Zur Auswahl stehen alle Einträge des Attributs Anschlussart in der Kategorie Verkabelung → Anschlüsse. Diese Liste kann unter Verwaltung → CMDB Einstellungen → Dialog-Admin → Anschlüsse: Anschlussart angepasst werden.
Nicht existierende Zwischenobjekte automatisch erzeugenWird diese Option aktiviert, können nicht bereits dokumentierte Objekte zwischen Anfangs- und End-Objekt beim Import erzeugt werden.
Objekttyp des automatisch erzeugten ZwischenobjektsIst die oben genannte Option aktiv, muss zusätzlich definiert werden, welchem Objekttyp neu erstellte Objekte zugeordnet werden sollen.

Über den Button CSV-Datei einlesen wird eine zuvor ausgewählte Datei hochgeladen und analysiert. Das Ergebnis befindet sich im Tab Inhalt.

Innerhalb des Tabs Inhalt werden die Zeilen und Spalten der CSV-Datei dargestellt. Über die entsprechenden Buttons können neue Zeilen und Spalten definiert werden. Jede Zeile repräsentiert einen Verkabelungsweg mit je einem Anfangs- und End-Objekt sowie beliebig vielen Zwischen-Objekten.

Das Anfangsobjekt besteht aus einem Objekt-Titel und einem Ausgang. Das End-Objekt aus einem Objekt-Titel und einem Eingang. Die Zwischen-Objekte verfügen über je einen Eingang und Ausgang. Zwischen den Anschlüssen befinden sich Objekte vom Typ Kabel. Für diese wird ebenfalls ein Objekt-Titel vergeben. Bei Zwischen-Objekten können Ein- und Ausgang nachträglich vertauscht werden. Sollten für die Anschlüsse und Kabel keine Namen vergeben werden, werden diese durchnummeriert.

Die Vergabe der Objekt-Titel und Anschlüsse geschieht entweder über die CSV-Datei oder über die Textfelder. Eine automatische Namensvergabe ist für jede Spalte individuell möglich.

Auch ohne CSV-Datei nutzbar

Eine CSV-Datei muss nicht zwangsläufig für den Import vorliegen. Stattdessen kann der Tab Inhalt dazu genutzt werden, manuell Verkabelungswege anzulegen.

Nicht existierende Objekte werden rot, automatisch zu erstellende gelb und bereits existierende Objekte grün markiert. Diese werden anhand des Objekt-Titels und -Typs identifiziert.

Über den Button Import starten werden die Verkabelungswege importiert.

Verkabelungsimport