Welche Pakete zu installieren und zu konfigurieren sind, erklären wir in wenigen Schritten in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Systemvoraussetzungen

Es gelten die allgemeinen Systemvoraussetzungen.

Wenn Ubuntu Linux als Betriebssystem eingesetzt werden soll, wird die Server-Variante von 18.04 LTS "Bionic Beaver" empfohlen einzusetzen. Um zu bestimmen, welche Version eingesetzt wird, kann auf der Konsole dieser Befehl ausgeführt werden:

cat /etc/os-release

Als Systemarchitektur sollte ein x86 in 64bit zum Einsatz kommen:

uname -m

x86_64 bedeutet 64bit, i386 oder i686 lediglich 32bit.

Installation der Pakete

Sollen die Standard-Paket-Repositories genutzt werden, bieten sich folgende Statements an, um

  • den Apache Webserver 2.4,
  • die Script-Sprache PHP 7.4,
  • das Datenbankmanagementsystem MariaDB 10.5 und
  • den Caching-Server memcached

...installiert. Allerdings verfügt 18.04 LTS "Bionic Beaver" nur über veraltete Pakete, die den Systemvoraussetzungen nicht entsprechen.
Es ist daher nötig, über weitere Repositories aktuelle Pakete zu installieren. Vorsicht: Dritt-Repositories können die Stabilität des Betriebssystems gefährden.

Für PHP 7.4 verwenden wir das Personal Package Archive von ondrej:

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams ondrej zu entnehmen.

Zum hinzufügen des Repository verwenden wir:

sudo add-apt-repository ppa:ondrej/php
sudo apt update

Die Installation der PHP-Pakete erfolgt danach:

sudo apt-get install \
apache2 libapache2-mod-php7.4 \
php7.4-bcmath php7.4-cli php7.4-common php7.4-curl php7.4-gd php7.4-json \
php7.4-ldap php7.4-mbstring php7.4-mysql php7.4-opcache php7.4-pgsql \
php7.4-soap php7.4-xml php7.4-zip \
php7.4-imagick php7.4-memcached \
memcached unzip moreutils

Weiterhin bietet Ubuntu 18.04 nur veraltete Distributionspakete für MariaDB. Wir greifen daher auf das offizielle Dritt-Repository von MariaDB zurück:

sudo apt-get install software-properties-common dirmngr apt-transport-https
sudo apt-key adv --fetch-keys 'https://mariadb.org/mariadb_release_signing_key.asc'
sudo add-apt-repository 'deb [arch=amd64,arm64,ppc64el] https://mirror.dogado.de/mariadb/repo/10.5/ubuntu bionic main'

Sobald der Schlüssel importiert und das Repository hinzugefügt ist, können Sie MariaDB 10.5 aus dem MariaDB-Repository mit installieren:

sudo apt update
sudo apt-get install mariadb-server

Konfiguration

Die installierten Pakete für Apache Webserver, PHP und MariaDB bringen bereits Konfigurationsdateien mit. Es empfiehlt sich, abweichende Einstellungen in gesonderten Dateien zu speichern, anstatt die vorhandenen Konfigurationsdateien anzupassen. Bei jedem Paket-Upgrade würden die abweichenden Einstellungen bemängelt oder überschrieben werden. Die Einstellungen der Standardkonfiguration werden durch die benutzerdefinierten ergänzt bzw. überschrieben.

PHP

Zunächst wird eine neue Datei erstellt und mit den nötigen Einstellungen befüllt:

sudo nano /etc/php/7.4/mods-available/i-doit.ini

Diese Datei erhält folgenden Inhalt:

allow_url_fopen = Yes
file_uploads = On
magic_quotes_gpc = Off
max_execution_time = 300
max_file_uploads = 42
max_input_time = 60
max_input_vars = 10000
memory_limit = 256M
post_max_size = 128M
register_argc_argv = On
register_globals = Off
short_open_tag = On
upload_max_filesize = 128M
display_errors = Off
display_startup_errors = Off
error_reporting = E_ALL & ~E_DEPRECATED & ~E_STRICT
log_errors = On
default_charset = "UTF-8"
default_socket_timeout = 60
date.timezone = Europe/Berlin
session.gc_maxlifetime = 604800
session.cookie_lifetime = 0
mysqli.default_socket = /var/run/mysqld/mysqld.sock

Der Wert (in Sekunden) von session.gc_maxlifetime sollte größer gleich dem Session Timeout in den Systemeinstellungen von i-doit sein.

Der Parameter date.timezone sollte auf die lokale Zeitzone anpasst werden (siehe Liste unterstützter Zeitzonen).

Anschließend werden die benötigten PHP-Module aktiviert und der Apache Webserver neu gestartet:

sudo phpenmod i-doit
sudo phpenmod memcached
sudo systemctl restart apache2.service

Apache Webserver

Der Default-VHost wird deaktiviert und ein neuer angelegt:

sudo a2dissite 000-default
sudo nano /etc/apache2/sites-available/i-doit.conf

In dieser Datei wird die neue VHost-Konfiguration gespeichert:

<VirtualHost *:80>
        ServerAdmin i-doit@example.net

        DirectoryIndex index.php
        DocumentRoot /var/www/html/
        <Directory /var/www/html/>
                AllowOverride All
                Require all granted
        </Directory>

        LogLevel warn
        ErrorLog ${APACHE_LOG_DIR}/error.log
        CustomLog ${APACHE_LOG_DIR}/access.log combined
</VirtualHost>

i-doit liefert abweichende Apache-Einstellungen in Dateien mit dem Namen .htaccess mit. Damit diese Einstellungen berücksichtigt werden, ist die Einstellung AllowOverride All nötig.

Im nächsten Schritt werden der neue VHost und das nötige Apache-Modul rewrite aktiviert sowie der Apache Webserver neu gestartet:

sudo chown www-data:www-data -R /var/www/html/
sudo chmod 755 /var/log/apache2
sudo chmod 664 /var/log/apache2/*
sudo a2ensite i-doit
sudo a2enmod rewrite
sudo systemctl restart apache2.service

MariaDB

Damit MariaDB eine gute Performance liefert und sicher betrieben werden kann, sind einige, wenige Schritte nötig, die penibel ausgeführt werden sollten. Dies fängt an mit einer sicheren Installation. Den Empfehlungen sollte gefolgt werden. Der Benutzer root sollte ein sicheres Passwort erhalten:

mysql_secure_installation

Damit i-doit beim Setup den Benutzer root verwenden darf, ruft man die Shell von MariaDB auf:

sudo mysql -uroot

Änderung ab MariaDB 10.4 und aufwärts

Ab MariaDB Version 10.4 und aufwärts wird das UPDATE-Statement nicht mehr in der user-Tabelle unterstützt.

In der Shell von MariaDB werden nun folgende SQL-Statements ausgeführt:

ALTER USER 'root'@'localhost' IDENTIFIED VIA mysql_native_password USING PASSWORD('passwort');


Anschließend wird MariaDB gestoppt. Wichtig ist hierbei das Verschieben von nicht benötigten Dateien (andernfalls droht ein signifikanter Performance-Verlust):

mysql -uroot -p -e"SET GLOBAL innodb_fast_shutdown = 0"
sudo systemctl stop mysql.service
sudo mv /var/lib/mysql/ib_logfile[01] /tmp

Für die abweichenden Konfigurationseinstellungen wird eine neue Datei erstellt:

sudo nano /etc/mysql/mariadb.conf.d/99-i-doit.cnf

Diese Datei enthält die neuen Konfigurationseinstellungen. Für eine optimale Performance sollten diese Einstellungen an die (virtuelle) Hardware angepasst werden:

[mysqld]
 
# This is the number 1 setting to look at for any performance optimization
# It is where the data and indexes are cached: having it as large as possible will
# ensure MySQL uses memory and not disks for most read operations.
#
# Typical values are 1G (1-2GB RAM), 5-6G (8GB RAM), 20-25G (32GB RAM), 100-120G (128GB RAM).
innodb_buffer_pool_size = 1G

# Use multiple instances if you have innodb_buffer_pool_size > 10G, 1 every 4GB
innodb_buffer_pool_instances = 1

# Redo log file size, the higher the better.
# MySQL/MariaDB writes two of these log files in a default installation.
innodb_log_file_size = 512M

innodb_sort_buffer_size = 64M
sort_buffer_size = 262144 # default
join_buffer_size = 262144 # default

max_allowed_packet = 128M
max_heap_table_size = 32M
query_cache_min_res_unit = 4096
query_cache_type = 1
query_cache_limit = 5M
query_cache_size = 80M

tmp_table_size = 32M
max_connections = 200
innodb_file_per_table = 1

# Disable this (= 0) if you have only one to two CPU cores, change it to 4 for a quad core.
innodb_thread_concurrency = 0

# Disable this (= 0) if you have slow harddisks
innodb_flush_log_at_trx_commit = 1 
innodb_flush_method = O_DIRECT

innodb_lru_scan_depth = 2048
table_definition_cache = 1024
table_open_cache = 2048
# Only if your have MySQL 5.6 or higher, do not use with MariaDB!
#table_open_cache_instances = 4

innodb_stats_on_metadata = 0

sql-mode = ""

Abschließend wird MariaDB gestartet:

sudo systemctl start mysql.service

Nächster Schritt

Das Betriebssystem ist nun vorbereitet, sodass i-doit installiert werden kann:

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